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Gewitter:

Stell dir vor:

Ein greller Blitz zuckt über den Himmel. Der darauf folgende Donner dringt einem durch Mark und Bein, so laut als würde er die Toten erwecken wollen. Zornig rüttelt der Wind an den Fenstern des alten Gemäuers. Äste schlagen gegen das Glas und erzeugen ein quietschendes Geräusch das einem die Haare zu berge stehen ließ. Doch alles schläft.

Plötzlich wachst du vom erneuten Donnerschlag auf. Der Sturm reißt das Fenster auf und eisiger Regen peitscht dir ins Gesicht. Du siehst rüber zu deinem Bettnachbarn. Er schläft seelenruhig. Mit aller Kraft schaffst du es das Fenster wider den Sturm zu schließen, doch es lässt sich nicht mehr verriegeln. Der grausame Keim der Angst beginnt in dir zu wachsen. Wie ein Schatten breitet sie sich in dir aus. Du steigst aus deinem Bett und berührst mit den Füßen den eisigen Boden. Mit tapsenden, vorsichtigen Schritten und rasendem Herzen gehst du auf deinen Bettnachbarn zu um ihn zu wecken. Vorsichtig rüttelst du ihn und rufst leise seinen Namen. Nichts passiert. Noch einmal rüttelst du ihn, diesmal etwas fester. Doch es passiert wieder nichts. In letzter Verzweiflung Ohrfeigst du ihn. Keine Reaktion. Regungslos wie ein Toter liegt er vor dir. Deine Stimme, schwindet und du erstarrst fast vor Angst. Als du dich wieder zusammenreißt rennst du schnell, panikerfüllt ins Nachbarzimmer. Schreiend und schüttelnd versucht du deinen Zimmernachbarn aufzuwecken. Doch auch er rührt sich nicht. Zimmer um Zimmer durchsuchst du nach einem Lebenden, doch du bist der einzige.

Doch dann wachst du auf. Es war nur ein Traum. Oder?
Du schaust zu deinem Bettnachbarn und hörst sein leises Atmen.

Erst jetzt fällt dir der dunkle Schatten and er Wand auf. Du drehst dich zur Quelle des Dunkels.

Ein Schrei! Und auch du liegst tot im Bett.

written ny me

26.11.07 17:04, kommentieren