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my book...kapitel 1


Kapitel 1:


Wütender Sturm brauste über die Felder, die stärksten Bäume bogen sich unter der Kraft des Windes. Blitze zuckten vom Himmel und steckten ganze Dörfer in Brand. Die Menschen rannten durch das kleine Dorf wie Ameisen. Sie versuchten alles um ihren Wohnort zu retten. Eifrig schleppten sie Eimer um Eimer heran, die halbe Nacht lang lag keiner still. Endlich, als die letzte Glut ausgekühlt war kehrte Ruhe ein.

Die Menschen versammelten sich im Gemeindehaus des Dorfes, welches, wie durch ein Wunder, völlig unversehrt blieb. „Das Unwetter war nicht natürlicher Ursache“, rief der Dorfmagier laut aus. Unbemerkt von den anderen schlich sich auch der unbeliebteste im Dorf ein. Ein Dieb, sein Name war Crown und er war ein ausgestoßener der Menschen wie der Dunkelelben, den fürchterlichen Ebenbildern der Elfen, denn er war zur Hälfte Mensch und zur anderen Hälfte Dunkelelb. Mit seinen 17 Jahren war er noch ziemlich Jung, doch das Leben hatte ihn schon seine Lehren erteilt und so wahr er äußerst geschickt und schaffte es sich völlig lautlos im Schatten zu verbergen und der Versammlung zu lauschen. Während die anderen noch über die Worte des Magiers nachdachten und ihm leise brummend zustimmten plötzlich ein lautes lang gezogenes Geheul zu hören. »Orks!«, brüllte ein zur Tür herein stürzender Wachmann. Deutlich sah man die Verletzungen die er an Armen und Beinen hatte. In seiner Schulter steckte ein schmutziger Orkpfeil. Noch an Ort und Stelle erlag der Wachmann unter wilden Krämpfen. Crown löste sich aus dem Schatten, die Dorfleute erkannten ihn sofort und wichen ein Stück zurück. »Du, du hast uns verraten!«, sprach es einer von ihnen laut aus. Mit wenigen Schritten war Crown durch die vom toten Wachmann blockierte Tür und verschmolz mit der Dunkelheit.

Eilig rüsteten sich die Dorfbewohner mit allen scharfen Beilen, Sensen und Waffen die sie finden konnten. Im Dorf fand unterdessen schon das Gemetzel statt. Crown überschlug ihre Zahl auf etwas über 500. Die Dorfbewohner waren ihnen Zahlenmäßig eins zu zwei überlegen, doch die Orks, Ausgeburten Shemraks, dem Gott des Bösen, waren gute Kämpfer. Zwar waren sie Elben und Zwergen weit unterlegen, doch Menschen hatten schlechte Chancen, vor allem wenn es nur einfach Bauern und Handwerker waren.

Hastig rannte er los um sich in einer Hausruine zu postieren und den Dorfbewohnern mit seinem Bogen bei zu stehen. Sie konnten ihn zwar nicht leiden aber durch sie verdiente er sich immerhin seinen Lebensunterhalt. Er zogt seinen runenverzierten, schwarzen Bogen und duckte sich hinter eine zerstörte Hausmauer. Hastig legte er den ersten makellos schwarzen Pfeil auf und legte ihn an die Sehne. Ein Ziel, ein leises Surren und der erste Ork viel tot um. Innerhalb weniger Minuten folgten ihm zehn weitere. Bis er plötzlich durch ein Grunzen auf den Ork hinter sich aufmerksam wurde. Mit einer fließenden Bewegung zog der geübte Kämpfer sein Schwert und stieß es der Grünhaut tief in den Wanst. Mit einem lauten Würgen brach er zusammen. Eilends lief der Dieb los um den Dorfbewohnern weiter bei zu stehen. Mit wutverzerrtem Gesicht besah er das Dorf und merkte das es nicht gut um es stand. Zwar waren die Orks auf ein kleines Grüppchen zusammengeschrumpft doch leisteten sie noch schweren Widerstand und hatten schon das halbe Dorf in zerstört. Die Dorfbewohner umkreisten die Orks und zogen den Kreis immer enger, doch plötzlich sprang einer der Orks, der durch seine Kriegsbemalung wohl ihr Hauptmann war, nach vor und zerteilte einen der Menschen mit einem wildem Grinsen im Gesicht. Seine kleine Gruppe folgte seinem Beispiel und der Kampf entbrannte erneut. Inmitten der Orks stand ein Schamane welcher heiße Feuerbälle auf die verstörten Menschen schleuderte. Wütend drückte Crown sich vom Boden ab und rannte flink wie eine Raubkatze auf den Schamanen zu. Während des Laufens schwang er sein Schwert über dem Kopf um möglichst viel Schwung zu holen und mit einem Geräusch als Schnitte er durch die Luft hackte er dem Ork sein Schwert in den Hals. Blut sprühte in einer Fontäne aus dem Hals seines Gegners und er sank regungslos in sich zusammen. Unterdessen hatte ihr Anführer weiteren fünf Menschen mit seiner Stachelkeule und seiner Kriegsaxt das Leben genommen. Die nackte Wut packte den Dieb und lies zu das er auf den Mörder zu stürmte wie nie in seinem Leben zuvor. Er packte den Schwertgriff fester und schlug zu. Doch diesmal schien es anders zu kommen. Der Ork wehrte den Schlag leicht mit seiner Axt ab und schlug aus der Drehung mit der Keule zu. Crown vermochte den Schlag nicht auszuhalten, das Schwert wurde ihm aus der Hand geschleudert und die Keule krachte gegen seine Schulter, welche widerstrebend mit lautem Knacken brach und er einige Fuß weit durch die Luft geworfen wurde. Furcherfüllt und unter Qualen richtete der Dieb sich wieder auf. Er lief zu seinem Schwert und merkte wie ihm langsam schwarz vor Augen wurde. Mit immenser Körperbeherrschung gelang es ihm bei Bewusstsein zu bleiben. Er schnappte sein Schwert und lief, so schnell ihn seine Füße trugen davon. Es widerstrebte ihm das Dorf zu verlassen, doch anders hätte er wohl kaum überlebt. Trotz der Schmerzen hörte er nicht auf zu laufen, auch das Seitenstechen und seine nach Luft brüllenden Lungen hielten ihn nicht auf, bis er schließlich auf einer Lichtung zusammenbrach und erschöpft in die befreiende Ohnmacht viel.

2 Kommentare 24.1.08 19:48, kommentieren